Welche Ausbildung soll mein Kind nach der Pflichtschule machen?

Welche Ausbildung soll mein Kind nach der Pflichtschule machen? Eine Lehre beginnen oder eine weiterführende Schule besuchen? Die Schul- und Berufswahl von Jugendlichen ist sehr wichtig für ihr weiteres Fortkommen. Viele Eltern fühlen sich aber nicht ausreichend informiert, um ihre Kinder bei dieser wichtigen Entscheidung zu unterstützen. Auf jeden Fall sollte man sich zeitgerecht möglichst vielfältige Informationen beschaffen. Wer nach der Pflichtschule eine weiterbildende Schule besuchen möchte, hat die Qual der Wahl: Die Jugendlichen müssen sich zwischen mehreren unterschiedlichen Schultypen entscheiden. Dabei sollten immer die Interessen des Kindes im Vordergrund stehen. Wichtig: Schulen haben auch eigene Fachrichtungen und Spezialisierungen, die man beachten sollte.

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Schlüsselqualifikationen am Arbeitsmarkt

Früher war es üblich, den erlernten Beruf bis zur Pensionierung auszuüben. Die heutige Arbeitswelt befindet sich in ständiger Veränderung und man sollte stets bereit sein, sich fortzubilden und Neues dazuzulernen. Neben dem fachlichen Wissen legen Arbeitgeber sehr viel wert auf die sozialen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter. Soft-Skills wie z.B.: Teamfähigkeit, Genauigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Freundlichkeit usw. sind sehr gefragt. Weiters zählen Engagement, Lernbereitschaft und Selbstständigkeit ebenso zu den Schlüsselqualifikationen.

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Trends am Arbeitsmarkt

Aussagen über künftige Entwicklungen in Berufssparten sind schwer zu treffen. Anhand von Trendforschungsstudien lassen sich Prognosen erstellen. Das AMS-Qualifikationsbarometer des AMS Österreich ist ein Online-Informationssystem zu Qualifikationstrends für den österreichischen Arbeitsmarkt, wobei regionale Besonderheiten berücksichtigt werden. Der AMS-Qualifikationsbarometer finden Sie unter dem Link: bis.ams.or.at

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Einflussfaktoren der Ausbildungs- und Berufswahl?

Viele Faktoren sind bei der Entscheidung der Aus- und Berufswahl für die Jugendlichen ausschlaggebend: eigene Interessen, die schulische Leistungsfähigkeit der Jugendlichen, die Berufe und Standpunkte der Eltern, die Meinungen im Freundeskreis, das regionale Schul- und Lehrstellenangebot;

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Was kann ich als Elternteil beim Aus- und Berufsbildungsprozess tun?

Leider gibt es kein Patentrezept für die Wahl zur treffenden Ausbildung und auch Eltern können den perfekten Aus- und Berufsbildungsweg ihrer Kinder nicht kennen. Jedoch sind Eltern im Aus- und Berufsbildungsprozess ihrer Kinder wichtige Wegbegleiter und Ansprechpersonen und können mit unterstützenden Maßnahmen die Berufsorientierung ihrer Kinder erleichtern. Einige Tipps für den Aus- und Berufsbildungsprozess:

  • Für die Berufswahlentscheidung ausreichend Zeit lassen!
  • Den Kindern behilflich sein, einen Überblick über die verschiedenen Berufsbilder und Schultypen zu verschaffen!
  • Die Berufswünsche der Kinder respektieren und mit ihnen über ihre Interessen/Stärken/Wünsche sprechen!
  • Regelmäßigen Kontakt zur Schule halten und „Tage der offenen Tür“ nutzen!
  • Hilfe beim Vermitteln von Kontakten zu Betrieben, ExpertenInnen!
  • Dem Kind als Begleiter in der Schul- und Berufswahl zur Seite stehen, dennoch dem Kind nicht alles abnehmen!
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Test – Interessen/Neigungen/Fähigkeiten erkennen

Es gibt unterschiedliche Wege, um die Fähigkeiten und Interessen des Kindes zu erkennen:

  • Im Gespräch bleiben! Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dessen Hobbys und Interessen! (Was interessiert dich? Wo glaubst du liegen deine Stärken? usw.)Hilfestellungen können Interessenstest geben z.B. www.berufskompass.at oder www.bic.at oder www.talentcheck.org

  • Berufspraktische Tage und Schnuppertage geben den Schüler die Chancen sich selbst und ihre Interessen besser einzuordnen!

  • Die Kompetenzenwerkstatt des Zukunftszentrums Tirol: Die Kompetenzwerkstatt ist ein stärkenorientiertes Berufs- und Lebensorientierungsverfahren für junge Menschen zwischen 13 und 19 Jahren. Das Verfahren ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Interessen und Zielen. Zukunftszentrum Tirol, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512-561856, info@zukunftszentrum.at
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Bildungsangebot nach der 8. und 9. Schulstufe

Polytechnische Schule

Die Polytechnische Schule ist für das 9. Schuljahr gedacht und dauert ein Jahr. Der Schultyp ist auf der 9. Schulstufe angesiedelt. Diese Schulform bereitet die Jugendlichen auf die Berufswelt vor und macht Sinn, wenn Jugendliche anschließend eine Lehre beginnen möchten.

Die Lehre

Derzeit gibt es etwa 270 Lehrberufe, deren Ausbildungszeit zwischen 2 bis 4 Jahre dauert. Bei der Lehre handelt es sich um eine „duale Ausbildung“ (d.h. die berufliche Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Lehrverhältnisses und durch den Besuch der Berufsschule). Nach Abschluss der Lehrzeit erfolgt die Lehrabschlussprüfung. Wer eine Lehre macht, hat auch die Möglichkeit eine Matura in Form einer Berufsreifeprüfung zu absolvieren (Lehre mit Matura).

Berufsbildende mittlere Schule (BMS)

Berufsbildende mittlere Schulen vermitteln neben der Allgemeinbildung eine Ausbildung in bestimmten Berufsfeldern. Es gibt ein bis vierjährige Schultypen. Nach einer dreijährigen mittleren Schule besteht auch die Möglichkeit einen Aufbaulehrgang zu machen, der schlussendlich zur Reife- und Diplomprüfung führt. Zu den berufsbildenden mittleren Schulen zählen beispielsweise die:

  • Technische, gewerbliche und kunstgewerbliche Fachschule (drei- oder vierjährig); Fachrichtungen: Chemie, Design, Textiltechnik; Bautechnik, Elektrotechnik/Elektronik, Informatik/Informationstechnologie; Maschinenbau/Mechatronik;

  • Handelsschule (dreijährig); Ausbildung zu Berufen in allen Zweigen der Wirtschaft und Verwaltung.

  • Fachschule für wirtschaftliche Berufe (dreijährig); Ausbildung in wirtschaftlichen und touristischen Berufen..

  • Wirtschaftsfachschule (ein- oder zweijährig); Vorbereitende Berufsqualifikationen für die Berufsfelder Soziales, Gesundheit, Ernährung, Wirtschaft und Tourismus.

  • Hotelfachschule, Tourismusfachschule, Gastgewerbefachschule (dreijährig); Ausbildung zur Fachkraft im Hotel- und Gastgewerbe bzw. in der Kurverwaltung sowie im Tourismus.

  • Land- und forstwirtschaftliche Fachschule (Ausbildungsdauer zwei bis vier Schuljahre); Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter oder zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin.

Schulen für Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufe

Die Schulen und Lehrgänge im Gesundheitsbereich bilden Personen beispielsweise zu Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin/Krankenpfleger oder zu Pflegehelferin/Pflegehelfer aus. Weiters gibt es Ausbildungen zum Fach- und Diplom-Sozialbetreuer mit den Schwerpunkten: Alten-, Familien- oder Behindertenarbeit sowie Behindertenbegleitung.

Allgemeine höhere Schule (AHS-Oberstufe)

Die allgemein bildende höhere Schule umfasst nach der vierjährigen AHS-Unterstufe eine vierjährige AHS-Oberstufe und schließt mit der Reifeprüfung (Matura) ab. Mit der Matura wird die Hochschulreife erlangt und die Jugendlichen können weiterführende Ausbildungen an Universitäten, Fachhochschulen oder Kollegs besuchen. In der AHS Oberstufe gibt es prinzipiell vier Grundtypen: Gymnasium, Realgymnasium, Wirtschaftskundliches Realgymnasium, Oberstufenrealgymnasium (ORG);

Berufsbildende höhere Schulen (BHS)

Bei diesem Schultyp bekommen die Jugendlichen neben der Allgemeinbildung auch eine umfassende höhere Berufsbildung und schließen mit einer Reife- und Diplomprüfung ab (Matura). Mit der Matura wird die Hochschulreife erlangt und die Jugendlichen können weiterführende Ausbildungen an Universitäten, Fachhochschulen oder Kollegs besuchen. Zu den berufsbildenden höheren Schulen zählen beispielsweise die:

  • Höhere technische und gewerbliche Lehranstalt (HTL); Ausbildung in technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Berufen.

  • Höhere Lehranstalt für Tourismus; Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft der Tourismuswirtschaft.

  • Handelsakademie (HAK); Ausbildung zur Ausübung von gehobenen Berufen in allen Zweigen der Wirtschaft und Verwaltung.

  • Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe; Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft in wirtschaftlichen und touristischen Berufen.

  • Höhere Lehranstalt für Mode und Bekleidungstechnik, für künstlerische Gestaltung, für Produktmanagement und Präsentation, Modedesign und Produktgestaltung; Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft des Bekleidungsgewerbes und der Bekleidungsindustrie.

  • Höhere Lehranstalt für Land- und Forstwirtschaft; Ausbildung zur qualifizierten Fachkraft in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft.

  • Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik; Ausbildung zum Kindergärtner/zur Kindergärtnerin bzw. zum Kindergartenpädagogen/zur Kindergartenpädagogin mit der Möglichkeit der zusätzlichen Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin an Horten bzw. vertiefende Ausbildung in Früherziehung.

  • Bildungsanstalt für Sozialpädagogik; Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin bzw. zum Soziapädagogen/ zur Soziapädagogin (an Horten und Heimen für Kinder und Jugendliche und in der außerschulischen Jugendarbeit).
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Wo erhalte ich nähere Informationen über Aus- und Berufsbildungswege?

Informationsquellen sind beispielsweise:

  • Berufsinformationszentren (BIZ des AMS Tirol, Schöpfstraße 5, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/5903-710, Homepage: www.ams.or.at und das BIZ der Wirtschaftskammer Tirol, Egger-Lienz-Straße 116, 6020 Innsbruck, Tel.: 05 90 905 – 7253, E-Mail: biz@wktirol.at)

  • „Tag der offenen Tür“ an Schulen (siehe: bsr.tsn.at)

  • Besuch von Berufs- und Ausbildungsmessen (Die BeSt - Die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung – ist am 5. bis 7. November 2008 im Messezentrum Innsbruck). Die BeSt richtet sich an MaturantInnen, SchülerInnen, Studierende, Schul- und StudienabbrecherInnen sowie an Eltern, LehrerInnen, HochschulabsolventInnen, Berufstätige und an Weiterbildung Interessierte.

  • Auf der Homepage des Schulpsychologischen Beratungsdienstes sind viele Informationen rund um die Frage „14 Jahre, was nun“ sehr gut aufgearbeitet - siehe Homepage: www.schulpsychologie.tsn.at

  • Internet-Webseiten, zum Beispiel: www.bic.at (Berufsinformationscomputer) www.berufslexikon.at (AMS-Berufslexikon) www.berufskunde.com (Berufsbilder) www.testedich.de (diverse Job- und Gehaltstests - eher auf Deutschland bezogen) www.schule.at (Österreichisches Schulportal)

  • Bücher und Fachliteratur: Nutzen Sie auch Bibliotheken. Die AK Bücherei hat beispielsweise ein breites Sortiment an Medien zum Thema „14 Jahre – was nun?“ (AK-Bücherei Innsbruck, Maximilianstraße 7, 6010 Innsbruck, Tel.: 0800-225522-1545, Öffnungszeiten: Mo und Mi von 9:00 bis 18:00 Uhr, Di und Do von 9:00 bis 16:00 Uhr, Fr von 9:00 bis 12:00 Uhr; AK-Büchereien finden Sie auch in Jenbach, Kundl, Wörgl und Kufstein)
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Anmeldung an eine weiterführende Schule

Die Anmeldung ist nur an einer Schule möglich, dennoch ist es ratsam bis zu 3. Wunschschulen anzugeben. Die Angabe der zweiten oder dritten Wunschschule hat keinen Einfluss auf die Entscheidung der Platzzuweisung der ersten Wunschschule. Die Anmeldung muss innerhalb einer gewissen Frist getätigt werden. Die Eltern werden dann informiert, ob das Kind der Erstwunschschule zugeteilt wurde oder nicht. Kinder, die in der ersten Wunschschule keinen Platz bekommen haben, werden in einem 2. Durchgang in Koordination mit dem Landesschulrat und in Kooperation mit den weiteren Wunschschulen einer Schule zugeteilt. Nähere Informationen erteilt Ihnen der Landesschulrat Tirol.

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