Traum vom Model teuer bezahlt

Karteileiche. Wer träumt nicht von einer lukrativen Modelkarriere? Noch dazu, wenn Menschen wie Du und Ich gesucht werden. Aber Achtung: Viele enden statt als gefragtes Model als abkassierte Karteileiche.

So erging es auch dem 22jährigen Studenten Max. Er las in
der Samstagszeitung das Inserat „Models gesucht“ und fühlte sich auch gleich angesprochen. Die Rede
war von Nebenjobs mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten. Gefragt für Werbefilm- oder Fotoaufnahmen waren echte Menschen jeden Alters, Frau oder Mann, egal ob dick oder dünn, alt oder jung, mit Macken oder kleinen Schönheitsfehlern: Hauptsache ausdrucksstark, interessant und sympathisch. Max, keine herkömmliche Modelschönheit,
aber doch ganz zufrieden mit sich, war Fixstarter beim Casting im Hotel. Das schmeichelnde Ergebnis: Er sei ein toller Typ, für alle Bereiche geeignet, da würden viele Aufträge auf ihn zukommen. Da waren auch schnell die Fotos für die Sedkarte gemacht, der Vertrag unterschrieben und Max nach Bezahlung von 500 Euro in der Kartei registriert.

Zerplatzter Traum

Das war im Juli. Max hat seither nichts mehr von der Agentur gehört, beschwert sich seine Mutter per Mail
bei der AK. Sie ist skeptisch, immer wieder sieht sie die gleichen Inserate in der Zeitung und „wenn die alle, die
sie zu Castings locken, derart abkassieren, aber gar nicht vermitteln, kommt schon eine Stange Geld zusammen“, will sie vor allem andere Gutgläubige warnen. Auch die AK-Konsumentenschützer raten bei derartigen Angeboten zur Vorsicht. Viele „angehende“ Models beschweren sich, dass sie vor Vertragsabschluss abkassiert wurden, danach aber nie wieder etwas von der Agentur gehört bzw. keinen einzigen Auftrag bekommen haben. Doppelte Enttäuschung: Kein Nebenverdienst und noch dazu mit 500 Euro draufgezahlt!

Spitzfindigkeiten

Die Anforderungsprofile in den Inseraten sind sehr breit gefächert, um möglichst viele anzusprechen. Beim Casting, das meist in einem Hotel stattfindet, wird den potenziellen Models eingeredet, dass gerade ihr Typ besonders gefragt sei. Die Agentur bietet einen Vertrag an, der „Registrierungsformular“ oder auch „Vermittlungsvereinbarung“ genannt wird. Oft müssen bis zu 500 Euro oder mehr vorausbezahlt werden. Die Verträge sind oft raffiniert ausgefeilt, sodass dann die Agentur nicht wirklich eine Vermittlungstätigkeit schuldet, sondern sich nur zu einer Internetpräsentation und zur Aufnahme in eine Vermittlungskartei verpflichtet. Manchmal ist auch die Erstellung einer „Sedkarte“ inkludiert, die aber meist nicht den branchenüblichen Ansprüchen entspricht.

Merkblatt

Mehr Hintergrundinformationen dazu finden Sie im eigenen Arbeiterkammer-Merkblatt „Vertrag mit einer Modelagentur“ (siehe Infobox).

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