PIRLS-Studie 2006: Können unsere Kinder noch lesen?

Alarmierende Ergebnisse über das österreichische Schulsystem wurden am AK-Infoabend „Können unsere Kinder noch lesen?“ präsentiert. Die Bildungsforscher Prof. DDr. Günter Haider und Mag. Dr. Silvia Bergmüller lieferten Detaildaten aus der PIRLS-Studie 2006. Die Ergebnisse zeigen, wie sehr die Schullaufbahn eines Kindes von der Bildung, dem Beruf und dem Einkommen der Eltern abhängt.

PIRLS steht für Progress in International Reading Literacy Study. Untersucht wird die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern in der vierten Schulstufe im internationalen Vergleich. An der PIRLS-Studie 2006 haben sich weltweit 45 Länder beteiligt, darunter auch Österreich. Die PIRLS-Studie wird in 5-jährigen Intervallen (2001 – 2006 – 2011) durchgeführt. Sie ist, wie auch die TIMSS-Studie, von der IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement) organisiert und wird bei Jugendlichen der 4. Klasse Volksschule durchgeführt. Ebenso gibt es Studien von Seiten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) z.B. TALIS oder die bekannte PISA-Studie, die sich auf die Leistungen der 15 bis 16 Jährigen konzentriert. Für die Abwicklung der hier vier erwähnten Studien in Österreich ist das BIFIE zuständig.

Einige Daten und Fakten zur PIRLS-Studie 2006

  • In Österreich haben 5.067 Schülerinnen und Schüler in 262 Klassen an 158 Schulen an der PIRLS-Studie 2006 teilgenommen.

  • 16 % der Kinder zählen in Österreich zur Risikogruppe dh. die Kinder scheitern schon an einer sehr einfachen Leseaufgabe. Zur Risikogruppe zählen vor allem Kinder von Migranten und Kinder aus bildungsfernem Elternhaus.

  • Die Leseleistung hängt vom Bildungsniveau der Eltern ab.

  • Kinder aus höheren sozialen Schichten haben trotz gleicher Testleistung bessere Noten. Das ist bedenklich, weil mit dem Zeugnis der vierten Klasse Volksschule auch die Entscheidung zwischen Hauptschule und Gymnasium fällt.

  • Kinder bildungsferner Schichten treten selbst bei gleichen Noten seltener in eine AHS über.

  • Die Lehrkräfte können den Leseförderbedarf bei ihren Schülerinnen und Schülern kaum einschätzen.

  • Zwischen Kindern, die den Kindergarten nur ein Jahr lang besucht haben, und Kindern, die drei Jahre lang im Kindergarten waren, ist im Schnitt ein Leistungsunterschied von 19 Punkten zu erwarten.

  • Die PIRLS-Studie 2006 kann kostenlos herunter geladen werden: www.bifie.at/pirls

Frühe Sprachförderung

Frühe Sprachförderung in der Familie ist grundlegend für eine gute Lesekompetenz. Die Begeisterung für das Lesen wird in Kindern schon sehr früh geweckt oder unterdrückt. Das war auch der Grund für die Tiroler Arbeiterkammer das Projekt Elternbildung zu starten und die Entwicklung entsprechender Kurse durch bestehende Erwachsenenbildungseinrichtungen zu fördern.

Auch die AK Bücherei verfügt über umfangreiche und aktuelle Literatur zu diesem Thema, die von Eltern sehr nachgefragt wird. Das Angebot wird von Kindern ab dem ersten Lebensjahr (bzw. deren Eltern) gerne genutzt.


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