AK Tirol vergleicht Digitalkameras: Preisverfall in einem halben Jahr bis zu einem Drittel
Im Bereich der Unterhaltungselektronik verändern sich Angebote und Preise im Verhältnis zu anderen Waren besonders stark.
Der genaue Umfang dieser Veränderungen ist jedoch in aller Regel nur sehr schwer nachvollziehbar.
Die Konsumentenschützer der AK Tirol haben deshalb erstmals diese Marktsituation empirisch untersucht und Markt-Veränderungen dokumentiert. Konkret wurden Angebote von 31 Digitalkameras erfasst, die in den Zeitschriften „Konsument 12/2006“ und „Stiftung Warentest 3/2007“ mit „gut“ beurteilt worden waren.
In den Zeiträumen März bis April 2007 und Oktober bis Dezember 2007 wurden Verfügbarkeit und Preise der jeweils gleichen Digitalkamera-Modelle bei 9 Elektro-Fachmärkten im Raum Innsbruck bzw. Völs sowie bei Internet-Händlern dokumentiert, die Durchschnittspreise errechnet und diese verglichen.
Für die Recherchen im Internet wurde auf die beispielhaft ausgewählte Preisvergleichsseite www.geizhals.at zurück gegriffen.
Die Ergebnisse belegen eindeutig die Schnelllebigkeit technischer Produkte: Bereits nach wenigen Monaten waren manche Kameras überhaupt nicht mehr verfügbar, wenn doch, dann waren diese überwiegend billiger erhältlich.
März - April 2007
Bereits zu diesem Zeitpunkt waren 12 der aus den Testzeitschriften ausgewählten 31 Kameras im Handel nicht mehr erhältlich. Das betraf auch zwei Modelle bei den Internet-Händlern. Insgesamt wurden 19 der 31 gesuchten Kameras sowohl im Handel als auch im Internet gefunden.
Oktober - Dezember 2007
Zu diesem Zeitpunkt waren deutlich weniger Modelle verfügbar. Es wurden bereits zahlreiche alternative bzw. Nachfolgemodelle angeboten. Im Handel wurden 16 Modelle, im Internet 8 Modelle überhaupt nicht mehr angeboten. Insgesamt waren nur noch 13 von 31 Kameras sowohl im Handel als auch im Internet erhältlich.
Preisvergleich zwischen den Erhebungszeitpunkten
Bei den über den Vergleichzeitraum verfügbaren Kameras konnte folgender markanter Preisverfall dokumentiert werden: Innerhalb des Handels waren 12 Kameramodelle über den gesamten Zeitraum erhältlich, davon waren bei 8 Modellen am Ende der Erhebung die durchschnittlichen Preise um bis zu 33,21 Prozent gesunken.
Im Internet waren 23 Modelle konstant verfügbar, davon waren 16 Modelle am Ende der Erhebung durchschnittlich um bis zu 21,38 Prozent billiger.
Preisvergleich zwischen Angeboten
Beim Vergleich der Angebote im Handel wurden aber auch zu jedem Erhebungszeitpunkt enorme Preisunterschiede zwischen dem jeweils billigsten und teuersten Angebot eines Kameramodells von bis zu 51,19 Prozent festgestellt, im Internet ergaben sich sogar Preisunterschiede von bis zu 86,94 Prozent.
Preisvergleich Handel - Internet
Auch der Vergleich der Durchschnittspreise zwischen Handel- und Internet-Angeboten brachte ein klares Ergebnis: Die Durchschnittspreise im Internet waren fast immer niedriger als im Handel, nur 3 Kameras beim ersten Erhebungsteil und 4 Kameras beim zweiten Erhebungsteil waren im Internet durchschnittlich teurer.
Tipps der Konsumentenschützer
Preisvergleiche lohnen sich, das zeigt die vorliegende Erhebung ganz klar.
- Kameras werden im Internet oft günstiger als im Handel angeboten. Dazu müssen aber allfällige Kosten für Versand, Nachnahme, Mindermengenzuschlag und Transportversicherung gerechnet sowie Mindestbestellwert oder Vorauskassa berücksichtigt werden. Weitere Unterschiede liegen bei der fehlenden Beratung und der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen.
- Wer nicht das neueste Kameramodell auf dem Markt haben muss, kann sehr viel Geld durch den Kauf von Modellen, die oft nur weniger als ein Jahr auf dem Markt sind, sparen.
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