Studie: Trotz neuer Kurzvarianten gehen nur wenige Väter in Karenz
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Studie. Lediglich 18 % der Tiroler Jungväter beziehen Kinderbetreuungsgeld. Nur zwei Drittel von ihnen gehen auch in Karenz. Das zeigt eine erste Bilanz über die neuen Kindergeld-Varianten.
Vor rund zwei Jahren wurden zwei neue kurze Varianten des Kinderbetreuungsgeldes eingeführt. Damit soll Müttern der berufliche Wiedereinstieg und Vätern eine Karenz erleichtert werden. Dieses Ziel wurde nur teilweise erreicht. In einer von der AK Tirol in Auftrag gegebenen Studie (durchgeführt von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung mbH Ibk.) wurden die beiden neuen Varianten zum ersten Mal für Tirol genauer unter die Lupe genommen, ob sie auch - wie vom Gesetzgeber geplant - von den Eltern angenommen werden. Die Bilanz: Lediglich 18% der Tiroler Jungväter beziehen Kinderbetreuungsgeld: Nur zwei Drittel von ihnen gehen auch in Karenz.
Neue Varianten
2010 wurden zwei neue Varianten des Kinderbetreuungsgeldes eingeführt, bei denen bis zu 14 Monate lang entweder 1.000 Euro pro Monat pauschal oder ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld ausbezahlt wird. Die Bezugsdauer der neuen Varianten ist kürzer als die der bestehenden Varianten, die monatlichen Zahlungen aber höher. Damit sollte die Väterbeteiligung erhöht und die Dauer der Erwerbslosigkeit von Müttern gesenkt werden.
Zu wenig flexibel
Die Studie stellt fest, dass die Einführung der neuen Varianten die Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung nur tendenziell erhöht hat. Um deutliche Effekte zu sehen, müssten sich aber auch die gesellschaftliche Sichtweise und die noch immer fest verankerten Rollenbilder ändern, resümieren die Studienautoren.
Ebenso wurde das zweite Ziel, die Dauer der Erwerbslosigkeit von Müttern zu senken, nur bedingt erfüllt. Denn die Hälfte der Mütter, die einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld beziehen, bleibt länger in Karenz, als Kinderbetreuungsgeld ausbezahlt wird. Finanziell entstehen dabei keine Einbußen, da die Gesamtsumme des Kinderbetreuungsgeldes bei entsprechendem Verdienst bei der nur maximal 14 Monate ausbezahlten einkommensabhängigen Variante sogar höher ist als bei den länger laufenden Varianten.
Eltern zufrieden
Generell zeigt sich, dass die befragten Personen mit der Auswahl an verschiedenen Kinderbetreuungsgeld-Varianten bzw. der von ihnen gewählten Variante sehr zufrieden sind. Um die Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung zu erhöhen, wäre es aus Sicht der Studienautoren jedoch überlegenswert, das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld noch flexibler zu gestalten. Aus der Befragung geht aber auch hervor, dass sich die gesellschaftliche Sichtweise ändern müsste, bevor mit einer deutlichen Erhöhung der Väterbeteiligung zu rechnen ist. Denn Arbeitgeber argumentieren gegenüber männlichen Mitarbeitern deutlich häufiger als gegenüber weiblichen, dass eine Karenz/Arbeitszeitreduktion aus betrieblichen Gründen nicht notwendig wäre.
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