 |
|
 |
 |
 |
|
|
EU-konforme Wege und Chancen für gentechnikfreie Regionen in Tirol
|
|
|
 |
Es besteht Handlungsbedarf, die Zulassung von GVO-Pflanzen droht
|
| Das Gentechnik-Moratorium ist ein politischer Beschluss der EU-Umweltminister aus dem Jahre 1998. Die Neuzulassung von GVO-Pflanzen (gentechnisch veränderte Organismen) wurde damit gestoppt und zwar bis zu Klärung offener Rechtsfragen. Die EU vertritt aber nun seit 22. Juli 2003 die Ansicht, die Rechtsfragen seien durch den Erlass von zwei Verordnungen geklärt, nämlich jener zu gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel und jener zur Rückverfolgbarkeit. Österreich verlangt zwar auch noch die Regelung der Koexistenz durch die EU. Diese beschränkt sich aber darauf, Empfehlungen zu diesem Thema zu erlassen und droht Österreich mit einem Vertragsverletzungsver-fahren. Für ca. 20 verschiedene gentechnisch veränderte Sorten, unter anderem von Mais, liegen Anträge auf Zulassung vor. Nach Genehmigung können sie auch in Tirol angebaut werden. Die USA üben derzeit großen Druck auf die EU durch ihre Klage vor der WTO aus. Mächtige Weltkonzerne betreiben also derzeit mit Unterstützung der USA massive Aktivitäten, um auch Europa die Zulassung ihrer gentechnisch veränderten Saatgutsorten zum Anbau in der Landwirtschaft aufzuzwingen. |
Was können wir in Tirol tun?
|
Auf freiwilliger Basis kann einiges erreicht werden. Ein Pionierprojekt in diese Richtung stellt die gentechnikfreie Milch der Tirol Milch dar. Das für Österreich und Europa einmalige und richtungsweisende Projekt ist nur möglich, weil sich rund 720 Bauern, alle Milchlieferanten aus den Bezirken Imst und Landeck sowie einer Gemeinde im Nachbarbezirk, vertraglich verpflichtet haben, sich den Richtlinien für gentechnikfrei produzierte Milch zu unterwerfen. Damit stehen sämtliche Milchlieferanten aus einem geschlossenen Gebiet zur gentechnischfreien Produktion. Diese Verpflichtung ist nur möglich, da eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Futtermittelhändlern sowie ein seriöses Kontrollsystem bestehen.
Damit dieses Projekt gelingen kann, ist auch der Konsument zum verantwortlichen Handeln aufgerufen. Der Konsument entscheidet darüber, ob dieses Projekt Zukunft hat. Nur wenn sich jeder einzelne seiner Verantwortung bewusst ist und sich gegen die Gentechnik entscheidet, indem er die jetzt am Markt angebotene Milch auch kauft, besteht die Möglichkeit dieses Projekt aufrecht zu erhalten und eventuell auf ganz Tirol zu erweitern. Jeder einzelne hat in diesem Fall die Möglichkeit, maßgeblich Einfluss zu nehmen. Wenn man die Ablehnung der grünen Gentechnik ernst nimmt, muss man sich für diese Milch oder Milch aus kontrollierter biologischer Landwirtschaft, die auch auf Gentechnik verzichtet, entscheiden.
Die Kosten für die genfreie Milch der Tirol Milch pro Liter liegen ca. € 0,05 über dem bisherigen Preis. Bei einem statistischen pro Kopf Jahresverbrauch von 70 Liter Milch bedeutet dies pro Kopf pro Jahr Mehrkosten von nur 3,5 Euro.
Milch ohne Garantie der Gentechnikfreiheit stammt von Kühen, die mit zugekauftem Kraftfutter gefüttert werden, das genmanipuliert sein kann. |
|
 |
|
 |
 |
 |
|
 |