Erwerbschancen und Berufslaufbahnen in Tirol und seinen Teilregionen

Die öffentliche Hand setzt in Tirol zahlreiche Maßnahmen, um die Tiroler Erwerbsinteressierten in ihren Anstrengungen zu unterstützen, ihr Beschäftigungspotenzial optimal auszuschöpfen. Wirksame Maßnahmen erfordern verlässliche Daten über die laufenden Entwicklungen und die für die Zukunft zu erwartenden Trends.

Gegen den Hintergrund dieser Herausforderung haben die Arbeiterkammer Tirol und das Arbeitmarktservice Tirol ein Tirol-Monitoring in Auftrag gegeben. Zweck dieses Monitoring ist der Aufbau einer laufend aktualisierten Datenbasis, die für problemorientierte Analysen zur Verfügung steht.

In der vorliegenden Ausgabe 2002 dieses Tirol-Monitorings über >>Erwerbschancen und Berufslaufbahnen<< finden sich vielfältige empirische Befunde; viele dieser Befunde können auch auf der Bezirksebene im Detail nachvollzogen werden.

Aus der Sicht des Projektteams, das die Befunde des Tirol-Monitorings >>Erwerbschancen und Berufslaufbahnen<< erstellt hat, verdienen folgende Ergebnisse besondere Beachtung:

  • In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der Erwerbsaktiven in Tirol um rund 32.000 zugenommen; dies ist vor allem auf die erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen (+21.000)

  • Von allen erwerbstätigen Frauen Tirols Arbeiten rund 30% Teilzeit; Arbeiten rund 40% auf Arbeitsplätzen, auf denen Nach-, Schicht, Sonn- und Feiertagsarbeit wiederkehrende erforderlich ist.

  • Ein gutes Drittel aller Tiroler Erwerbsaktiven (im Haupterwerbsalter) findet keine Beschäftigung in ihrem Wohnbezirk; am Weg zum Arbeitsplatz pendeln sie über ihre Bezirksgrenzen hinaus.

  • Die städtischen Teilregionen bieten den Erwerbsaktiven überdurchschnittlich gute Arbeitsmarktchancen. Die im Arbeitsmarktgeschehen weniger gut positionierten Teilregionen haben in den letzen 5 Jahren gegenüber Innsbruck aufgeholt.

  • Das vielfältige Angebot an Arbeitsplätzen veranlasst rund ein Drittel der Erwerbsaktiven Tirols innerhalb von fünf Jahren, nicht nur den Betrieb, sondern auch die Branche zu wechseln.

  • Von allen im Beherbergungs- und Gaststättenwesen beschäftigten Personen verlässt rund die Hälfte innerhalb von fünf Jahren diese Branche. Ein Drittel dieses >>abwandernden<< Personenkreises geht (in Österreich) keiner Beschäftigung mehr nach. Jede sechste >>abwandernde<< Person nimmt in einer anderen Branche eine qualifizierte Arbeitstätigkeit auf.

  • Rund 73.000 in Tirol wohnende Erwerbstätige können im Jahrsdurchschnitt ihr Beschäftigungspotenzial nur zu weniger als der Hälfte nützen; rund 14.000 dieser Personen gehören zu der für einen gelungenen Berufseinstieg besonders wichtigen Altersgruppe >>45+<< schöpft in Tirol ihr Beschäftigungspotential bloß unterdurchschnittlich aus.

Diese ausgewählten, im Telegrammstil angeführten Befunde stammen aus einer vielfältigen Datenbasis. Diese reicht bis auf die Bezirksebene herunter. Diese Datenbasis ist benutzungsfreundlich (über Menüsteuerung) zugänglich.