 |
|
 |
 |
 |
|
|
Private Unfallversicherung
|
| 28.03.2005 |
|
 |
| Unterschiede enorm – Genaue Prüfung der angebotenen Leistungen sinnvoll |
Beim Frühjahrsputz von der Leiter gestürzt oder beim Rad fahren im Urlaub gestürzt? Mehr als zwei Drittel der Unfälle sind nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt, da sie zu Hause, in der Freizeit, im Urlaub oder beim Sport passieren.
"Wer eine private Unfallversicherung abschließt, sollte genau vergleichen, denn Preis- und Leistungsunterschiede sind enorm", so die AK Konsumentenschützer. Es sollten vor allem die Leistungen bei verschiedenen körperlichen Schäden und Invaliditätsgraden geprüft werden.
|
| Die AK hat den Verein für Konsumenteninformation (VKI) beauftragt, private Unfallversicherungen zu untersuchen. Es wurden Angebote von 25 Versicherern bzw. Maklern, die eigene Unfallversicherungsprodukte anbieten, verglichen. Außerdem wurden mit zehn Anbietern verdeckte Beratungsgespräche geführt. |
| Bei den Unfallversicherungen werden grundsätzlich zwei Varianten angeboten – mit linearen und progressiven Tarif. Beim linearen Tarif erhält der Versicherte einen dem Invaliditätsgrad entsprechenden Prozentsatz der Versicherungssumme. Diese Variante ist oft billiger, bringt im Schadensfall – vor allem bei schweren Schäden – aber auch weniger Geld. Beim progressiven Tarif wird vor allem das Risiko bei hohem Invaliditätsgrad besser abgesichert. |
| Die erhöhten Leistungen setzen üblicherweise bei Invaliditäts-graden ab 25 Prozent ein. Beispiel: Wurde eine Versicherungs-summe von 100.000 Euro vereinbart, wird bei 100-prozentiger Invalidität und einer Progression von 400 Prozent eine Summe von 400.000 Euro ausgezahlt. Beim linearen Tarif gibt es nur die vereinbarte Versicherungssumme von 100.000 Euro. |
| Eine private Unfallversicherung ist durchaus sinnvoll. Bei bleibender Invalidität wird eine vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt, Unfallkosten werden bis zu einem vereinbarten Betrag – z.B. Berge- und Rücktransport, Ambulanzjet, Pflege- und Heilkosten – abgedeckt. Endet ein Unfall tödlich, wird den Angehörigen der vereinbarte Betrag ausbezahlt. Denn die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur dann, wenn sich der Unfall am oder vom Weg zur Arbeit, Schule oder Kindergarten ereignet. |
| Wer also eine private Unfallversicherung abschließen will, sollte die Preise, aber besonders die Leistungen bei körperlichen Schäden und Invaliditätsgraden genau vergleichen. Beispielsweise ein 30-jährige/r Angestellte/r, Bürotätigkeit, Hobbysportler/in, keine Vorerkrankung oder besonderen Risiken schließt eine Versicherung ab 150.000 Euro für Dauerinvalidität, 15.000 Euro für Unfalltod, 3.000 Euro für Unfallkosten, Progression 200 Prozent. |
| So liegt etwa die niedrigste Prämie für Frauen und Männer bei den linearen Tarifen bei knapp 115 Euro pro Jahr, die teuerste bei knapp 392 Euro, also mehr als das Dreifache. Bei den progres-siven Tarifen zahlen Männer beim günstigsten Anbieter fast 137 Euro, beim teuersten knapp 452 Euro. |
|
|
 |
 |
 |
|
 |