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AK-Dinkhauser: Neue zeitgemäße Lernmodelle statt Leistungsgruppen in den Hauptschulen
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| 11.03.2008 |
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| Statt Vergangenheitsrezepten Schulkonzepte für die Zukunft unserer Kinder |
Die Arbeiterkammer Tirol sieht sich in ihrer Forderung bestärkt, in den Hauptschulen die Leistungsgruppen abzuschaffen.
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| „Wir brauchen keine Rezepte aus dem vorigen Jahrhundert, sondern Konzepte für die Zukunft unsere Kinder, verlangt AK-Präsident Fritz Dinkhauser. „Leistungsgruppen führen nur zu Etikettierungen und zu Chancenungleichheit. Wir unterstützen neue, zeitgemäße Lernmodelle, wie dies in zahlreichen engagierten Hauptschulen bereits jetzt schon in dankenswerter Weise gehandhabt wird.“ |
| Viele Hauptschulen brechen ihre alten Strukturen auf und setzen im Rahmen von Schulversuchen auf neue pädagogische Maßnahmen, in denen Kinder individuell in gemischten Fördergruppen begleitet werden. Diese Bereitschaft zur Veränderung zeigt sich auch an der hohen Beteiligung der Hauptschulen am neuen Modellversuch „Neue Mittelschule“, die im Schuljahr 2008/2009 an 64 Standorten, davon an 63 Hauptschulen, durchgeführt wird. Die „Neue Mittelschule“ löst die permanent bestehenden Leistungsgruppen durch temporäre bzw. phasenbezogene Leistungsgruppen auf. Ziel ist es, den unterschiedlich begabten Kindern in gemischten Kleingruppen einen individualisierten Unterricht zukommen zu lassen. |
| Hinsichtlich des Modellversuchs „Neue Mittelschulen“ umfasst die Phase der Durchführung vier Jahre (von der 5. bis zur 8. Schulstufe). Die Möglichkeit zur Teilnahme am Modellversuch besteht bis zum Schuljahr 2011/12. Die meisten Modellversuche wird es in der Steiermark und in Vorarlberg geben. In Tirol gibt derzeit erst Sondierungsgespräche. |
| Seit der Einführung der Leistungsgruppen sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen. 1982 wurden in Österreich die Leistungsgruppen in den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache eingeführt. Die Leistungsgruppen lösten die damals starr geführten Klassenzüge A und B ab. Empirische Erfahrungen zeigen, dass das System der Leistungsgruppen in vielen Bereichen enorme Schwachstellen aufweist. Die Probleme liegen vor allem in drei Bereichen: |
- Diskriminierung und geringe Wertschätzung der Schüler/innen einer 3. Leistungsgruppe sowie die damit verbundene Schwierigkeit bei der Lehrstellensuche auf dem Arbeitsmarkt
- Verletzung der Chancengleichheit durch unterschiedliche Beurteilungsmaßstäbe und Leistungsgruppenzuordnungen an den Schulen mit den dadurch verbundenen ungleichen Chancen bei einem weiteren schulischen und beruflichen Bildungsverlauf
- Entstehung eines negativen Selbstkonzeptes bei leistungsschwächeren Schüler/innen aufgrund niedriger Leistungsgruppenzuteilung.
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| Die Arbeiterkammer Tirol hat schon im Oktober 2006 auf die Problematik der Leistungsgruppen an den Hauptschulen hingewiesen und zu einem Schwerpunktthema gemacht. AK-Präsident Dinkhauser sieht im Leistungsgruppensystem keinen gangbaren Weg für die Zukunft. Die AK fordert die Leistungsgruppen zugunsten heterogener Fördergruppen abzuschaffen und den Stärken der Kinder in gemischten Gruppen durch eine innere Differenzierung gerecht zu werden. Die Befürchtungen, dass die Leistungen der guten Schüler/innen abfallen, widerlegen alle empirische Ergebnisse. |
| Im Sinne der Zielsetzung, Kinder individuell zu fördern und auf das Leben vorzubereiten, ist pädagogischer Handlungsbedarf im Schulsystem gegeben. Dabei sind unterschiedliche schulpädagogische Modelle der inneren Differenzierung erforderlich. „Alle Bemühungen, die versuchen, die permanente Leistungsgruppeneinteilung an den Hauptschulen aufzubrechen, sind zu begrüßen“, so Dinkhauser. „Besonders wichtig ist, dass schwache und gute Schüler nicht mehr voneinander isoliert werden, sondern dass es neue Lernformen gibt, wo Kinder durch die Unterschiedlichkeiten profitieren und es für jedes Kind maßgeschneiderte Lernprogramme gibt.“ |
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